Liebe Patientinnen und Patienten,

nach dem Welttag der Zahngesundheit am 20. März unter dem Motto "Sei stolz auf deinen Mund" ("be proud of your mouth") ist es uns ein besonderes Anliegen, noch einmal auf die Volkskrankheit Parodontitis aufmerksam zu machen und Ihnen weiterführende Informationen zu dieser Erkrankung des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparates zu geben. In den kommenden 5 Wochen finden Sie in unserem großen Parodontitis Spezial jeden Donnerstag neue Informationen, interessante Fakten, ein Interview und Tipps für die richtige Pflege Ihrer Zähne.

 

Parodontitis: Mehr als nur Zahnfleischbluten

Was ist eine Parodontitis?

Bei Parodontitis handelt es sich um die chronische Entzündung von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat. Aktuell sind in Deutschland 12 Millionen Erwachsene von einer schweren parodontalen Erkrankung betroffen. Parodontitis ist eine Volkskrankheit, die oftmals viel zu spät erkannt wird, da sie lange Zeit schmerzfrei verläuft und Betroffene selbst die Erkrankung nicht bemerken.

Eine Parodontitis sollte immer behandelt werden, sie kann im schlimmsten Fall sogar zum Zahnverlust führen und damit nachhaltig die eigene Lebensqualität verschlechtern. Denn zum Kauen, Sprechen und für ein strahlendes Lächeln sind gesunde Zähne unverzichtbar.

Wie entsteht Parodontitis?

Alles beginnt mit einer Zahnfleischentzündung, verursacht durch bakterielle Beläge auf den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen. Das Zahnfleisch ist dann rot, geschwollen und kann bluten. Die Bakterien vermehren sich und dringen in das Gewebe rund um den Zahn ein, die Beläge verhärten sich und es entsteht Zahnstein. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann sich das Zahnfleisch vom Zahn lösen vor allen Dingen zwischen den Zähnen. Nun kann die Entzündung auf den Knochen übergehen und an den Zähnen entstehen sogenannte Taschen im Zahnfleisch. Mit einer speziellen Sonde prüfen Zahnärztinnen und Zahnärzte die Tiefe dieser Taschen. Sind diese mehr als 4 mm  oder tiefer, spricht man von einer Parodontitis, einer chronischen Entzündung.

Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Bei der Behandlung von Parodontitis werden alle Zahnfleischtaschen gründlich gereinigt werden. Diese sind entstanden, als Bakterien in das Gewebe rund um den Zahn eingedrungen sind und sich daraufhin eine sogenannte Zahnfleischtasche gebildet hat. Anschließend wird ein Mundhygieneplan erstellt, der individuell auf jede Patientin und jeden Patienten abgestimmt wird. Danach kontrollieren Zahnärztinnen und Zahnärzte regelmäßig die Zahnfleischtaschen und entfernen eventuelle Beläge auf den Zähnen und Zahnwurzeloberflächen. Eine lebenslange gute Mundhygiene und deren Unterstützung durch regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sichern den langfristigen Behandlungserfolg.

Was verbessert seit 2021 die Behandlung von Parodontitis?

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe weist darauf hin, dass es seit Juli 2021 eine neue Behandlungsrichtlinie für Parodontitis gibt. Es sind neue Bausteine der Behandlung im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen worden. Diese sollen die Mundhygienefähigkeit und Gesundheitskompetenz erhöhen und Patientinnen und Patienten aktiv in die Therapie einbinden.

Wie schützen sich Patientinnen und Patienten vor einer Parodontitis?

Wer durch eine gute Mundhygiene Beläge auf den Zähnen vermeidet, der schützt sich auch vor Parodontitis. Daher gilt: Unbedingt zweimal am Tag Zähneputzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen säubern, denn dort findet vorwiegend der der gefährliche Knochenabbau statt. Die eigenen Pflegemaßnahmen sollten mindestens ein- bis zweimal jährlich, je nach Befund und zahnärztlicher Empfehlung gegebenenfalls auch häufiger, durch eine professionelle Zahnreinigung ergänzt werden. Dies kann man gut mit den regelmäßigen Kontrollterminen beim Zahnarzt kombinieren.

Weitere Informationen finden Sie hier.
Mit freundlicher Genehmigung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe

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