Je früher, desto besser – ein altes Sprichwort, das für viele Bereiche stimmt, besonders für die Erhaltung der Mundgesundheit.

Kinderprophylaxe hat sich in vielen Praxen etabliert und wird regelmäßig durchgeführt – Das hat in der Gesamtheit, in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen, zu einem deutlichen Rückgang der Karies bei Kindern geführt.
Aber reicht das? Wenn man bedenkt, dass zwar mehr als 80% der Kinder kariesfrei sind, aber noch ca. 20% der Kinder sehr viele Löcher in den Zähnen haben, bleibt noch viel zu tun. Die frühkindliche Karies (Early Childhood Caries, ECC) ist nach wie vor ein ungelöstes Problem, bis jetzt!

Durch Früherkennungsuntersuchungen von Kleinkindern und Aufklärung deren Eltern über wichtige Themen wie: Nuckelflaschenkaries, Ernährung, Mundhygiene und Fluoridierung, soll eine bessere Zahngesundheit für die Zukunft gewährleistet werden.

Milchzähne und der Wechsel zu den bleibenden Zähnen müssen professionell begleitet werden, um Karies und Co. keine Chance zu geben!

Aber ist das spannend für Kinder? Müssen wir nicht diese Informationen für Kinder anders präsentieren und aufbereiten? Eindeutig, JA!

Ein schönes Beispiel war unsere Sommerferienaktion „Zahnstein statt Mondstein!“

Anlässlich des 50. Jubiläums der ersten Mondlandung hat sich das Praxisteam von Dr. Heike und Torsten Strenger auf Spurensuche ins Planetarium nach Bochum begeben. Dort wurden mit dem Praxismaskottchen „Tobi“ viele Bilder gemacht – außerdem hat das Praxisteam vieles zur ersten Mondlandung erfahren. Daraus entstand dann die Idee, ein Gewinnspiel für die kleinen Patienten der Praxis zu gestalten – jede Woche konnten Fragen beantwortet werden und am Schluss der Sommerferien winkten den fleißigen kleinen Rätselfreunden einige Preise – ganz nebenbei haben sie sich aber auch mit Mundgesundheit und Zahnpflege beschäftigt…. Ein tolles Beispiel, das doch eher trockene Thema Zahnprophylaxe den Kleinen nahe zu bringen.

Hauptplayer in diesem Konzept sind, neben den kleinen und größeren Patienten und deren Eltern bzw. Betreuungspersonen, die Praxisteams in den Zahnarztpraxen, wobei deren Verantwortung bereits bei der Primär-Primär-Prävention, also der Beratung und Betreuung der werdenden Väter und Mütter, beginnt.

Neben dem Bewusstsein für die eigene Mundhygiene muss das Verständnis für die Ansprüche an die Zahnpflege des Kindes geweckt und mit konkreten Handlungsanweisen und Tipps begleitet werden.

Kinderprophylaxe mit System

Die Zahnarztpraxis muss sich zunächst als wichtiger Teil eines Systems begreifen, in dem auch Kinder- und Hausärzte eingebunden sind.  Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist auch bei der Patientengruppe der Kinder und Jugendlichen erforderlich!

Dazu gehört eine Prophylaxephilosophie, die von allen Mitarbeitern gelebt werden muss, denn Prophylaxe ist Teamarbeit.

Des Weiteren sind kompetente, geschulte Fachkräfte und eine entsprechende technische Ausstattung vonnöten. Im Idealfall sind Behandlungsräume und Wartebereiche zielgruppenorientiert gestaltet und mit unterstützenden Hilfsmitteln ausgerüstet.

Von besonderer Bedeutung ist, dass das Praxisteam sich auf die verschiedenen Alters- und Entwicklungsabschnitte einstellt, um überhaupt die weiteren Grundlagen für eine lebenslange Mundgesundheit setzen zu können. Dazu gehört eine altersgerechte Ansprache, kombiniert mit kreativen und interessanten Behandlungs- und Verhaltensformen. Beseitigte bzw. nicht bestätigte Ängste und Vorbehalte machen nebenbei aus dem Kind bzw. Jugendlichen den Patienten und Kunden von Morgen.

Der Zahnarzt und sein Team können allerdings nicht alle Defizite in der Mundhygiene auffangen. Deswegen ist es unumgänglich, dass der Focus frühzeitig auf die häuslichen Maßnahmen gerichtet wird. Dem Praxisteam kommt diesbezgl. eine nicht zu unterschätzende Beratungs- und Orientierungsfunktion zu. Der junge Patient, ist dabei mit zunehmendem Alter immer mehr in den Mittelpunkt zu stellen, da er über kurz oder lang für seine Gesundheit Verantwortung übernehmen muss.

Synchronisation der Behandlungsabläufe

Um das Vorgehen in einer Praxis zu synchronisieren und so eine hohe Qualität der Prophylaxe zu gewährleisten, sind standardisierte Behandlungsabläufe sinnvoll.

Mit der PC-unterstützten Befund- und Dokumentationssoftware „ParoStatus.de“ (www.parostatus.de)  steht dafür z.B. ein Programm zur Verfügung, das die gesamte Befunderhebung ohne weitere Assistenz, ohne das lästige Aufschreiben und nervige Notieren per Stift, ermöglicht. Die Befunde und die durchzuführenden Maßnahmen einschließlich sinnvoller Empfehlungen für die zielgruppenorientierte Kommunikation mit dem Patienten, wurden in Kooperation mit Universitäten und Fachgesellschaften entwickelt und folgen einem praxisnahen logischen Ablauf. Wie in einem Kreisdiagramm sind die verschiedenen Behandlungsschritte angeordnet und bieten so die Gewähr, dass kein Arbeitsschritt vergessen wird. Für den Patienten ein interessanter Aspekt ist, dass der Computer mit ihm spricht. Die gemessenen Befunde werden vom PC akustisch wiederholt und führen häufig zu interessierten Nachfragen.

Bei aller modernen Technik,  die jungen Patienten müssen immer mit einem kindgerechten, individuellen und altersgerechten  Konzept begleitet werden - und hier kommen die neuen „Mitarbeiter Lilli, Poldi, Pia und Nils“ ins Spiel. Jedes dieser kleinen Helferlein aus dem ParoStatus-Programm steht für eine der 4 Altersgruppen der jungen Patienten. Zahnprinzessin Lilly und Zahnritter Poldi sind dabei vertrauensvolle Begleiter der Kleinkinder und „beschützen“ bereits den ersten Zahn. In dieser Altersgruppe liegt der Focus auf dem Kennenlernen und der Eingewöhnung.
Das Konzept und die „Beschützer“ wachsen mit den älter werdenden Kindern mit. Für die Teenies stehen dann Pia und Nils als coole Begleiter der Mundgesundheit zur Verfügung.
Dabei stehen immer der Schutz vor Krankheit – insbesondere vor Karies – und das Erlernen von Mundhygienemaßnahmen im Zentrum.
Attraktive und altersgerechte optische Darstellungen und Accessoires stoßen bei der jeweiligen Zielgruppe auf großes Interesse und sind optimale „Türöffner“ für den Einstieg in die Mundgesundheit. Fast nebenbei wird, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, ein individuelles Risikoprofil erstellt. Auf einem lustigen Ausdruck erklären Lilly, Poldi und Co. dem kleinen oder größeren Patienten in einer Zusammenfassung die Situation in seinem Mund. Ein kleiner Zahnputzplan und Abbildungen von Lilly, Poldi, Nils oder Pia runden das kindgerechte Programm ab und legen den Grundstein für lebenslangen Zahnerhalt.

Die Ausdrucke sind für Mädchen und Jungen unterschiedlich und kindgerecht gestaltet. Insgesamt stehen Ausdrucke für 4 verschiedene Altersgruppen zur Verfügung (0-2 Jahre, 3-5 Jahre, 6-11 Jahre, 12-17 Jahre).

Fazit

Prophylaxe funktioniert! Und kann auch für Kindern und Jugendlichen spannend und interessant gestaltet werden!

Voraussetzung ist ein frühzeitiger Beginn der Mundhygiene und ein abgestimmtes Prophylaxekonzept – dann haben Karies und Baktus keine Chance mehr!

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